Montag, Juli 31, 2006
Handelsblatt Hezbollahs Hetzblatt?
Ich wunderte mich schon einmal über das Handelsblatt* bezüglich seiner einseitigen Nahostberichterstattung. Jetzt muß ich mit Schrecken sehen, dass einseitige Berichterstattung bei denen, die dort für die Auslandsberichterstattung verantwortlich sind**, die Regel ist. Man nehme die aktuelle Berichterstattung über den Zwischenfall in Kana, die folgender Maßen eingeleitet wird:
Israel bombt sich ins Abseits
So eine stimmungsvolle Einleitung ist vielleicht im Sportteil angemessen, in der Internetsektion des Handelsblattes ist das sowas von deplaziert, dass man meinen könnte es handelt sich um einen Schreiberling direkt aus dem Heise-Forum. Aber es wird noch lustiger:
Mit dem blutigen Angriff auf das südlibanesische Dorf Kana hat sich Israel einen Bärendienst erwiesen: Angesicht der 51 getöteten Dorfbewohner sind auch die letzten Kritiker der radikalen Hisbollah-Miliz im Libanon verstummt, und die Miliz lässt erkennen, dass eine Einigung nun noch weiter entfernt ist als zuvor.
Woher will das eigentlich der Experte des Handelsblattes so genau wissen, fragt man sich? Die Antwort gibt er indirekt dem interessierten Frager:
Auf der Straße vor dem UN-Gebäude in der Beiruter Innenstadt stehen im Gedränge der Demonstranten Mädchen im schwarzen Tschador neben jungen Männern mit Tätowierungen auf den Armen. "Wenn uns Scheich Hassan Nasrallah ruft, dann werden auch wir Frauen in den Kampf ziehen", sagt eine von ihnen. Die anderen jungen Frauen nicken stumm. Eine alte Frau weint, als der Redner von der Hisbollah über die Kinder spricht, die an diesem Sonntagmorgen nach einem israelischen Luftangriff aus den Trümmern eines Hauses im südlibanesischen Kana gezogen wurden. Den ganzen Tag lang zeigt das libanesische Staatsfernsehen die Bilder der Opfer. "Als ich diese Bilder von den toten Kindern, Frauen und alten Männern gesehen habe, da musste ich einfach herkommen, um meine Solidarität zu zeigen", sagt Norma Churi. "Jeder richtige Libanese unterstützt jetzt den Widerstand", erklärt die Frau aus dem Beiruter Christenviertel Aschrafije
Es werden jetzt Stimmen von Leuten angeführt, die an einer Demonstration vor dem UN-Gebäude in Beirut befragt werden. Unklar ist, wer die Demonstration zu verantwortet hat. Es dürfte klar sein, dass die Hezbollah an dieser, laut Aussagen des Artikels, zumindestens einen Redner stellte, also das ganze mit hoher Wahrscheinlichkeit eine reine Hezbollah-Hetz-Demo war***! Absolut erklärbar sind dann auch diese (wie so oft) von Ethos triefenden Aussagen der Beteiligten, die indirekt auch schon entlarvend sind, warum sich immer noch Zivilisten in der Sperrzone im Süden des Landes in der Nähe von militärischen Zielen befinden. Nach Aussagen der zitierten Frauen doch ganz klar ersichtlich: "Wenn uns Scheich Hassan Nasrallah ruft, dann werden auch wir Frauen in den Kampf ziehen", und "die anderen jungen Frauen nickten stumm"
Es werden also Berichte von Hezbollah-Demonstrationen mit 100%-iger Übernahme des Inhaltes in die Onlineausgabe des Handelsblattes gestellt, eingeleitet von markigen Behauptungen eines Handelsblatt-Mitarbeiters, dass sich Israel ins Abseits bomben und alle Libanesen jetzt Seite an Seite mit der Hezbollah stehen würden. Ja so stellen sich die Leute von der Hezbollah das vor, wie man sich das gefälligst vorzustellen hat. Leider fällt es dem Handelsblattmitarbeiter nicht auf, dass das, was er macht schlicht und ergreifend Propaganda ist für die Hezbollah. Also nach meiner Ansicht sollte man ihn wieder ins Heise-Forum zum Trollen schicken.
* gemeint ist die Online-Ausgabe des Handelsblattes
**man findet nie Namen unter diesen Artikeln
*** Der Handelsblatt-Mitarbeiter verheimlicht uns, ob es sich vielleicht um diese Demonstration (hier ein FTD-Bericht darüber) gehandelt haben möge, was aber meiner Meinung das Wahrscheinlichste ist und manches erklärbar macht, -aber nicht für den Handelsblatt-Mitarbeiter, dem herzlich das PI-Lexikon für angehende Nahost-Experten ans Herz gelegt sei...
Israel bombt sich ins Abseits
So eine stimmungsvolle Einleitung ist vielleicht im Sportteil angemessen, in der Internetsektion des Handelsblattes ist das sowas von deplaziert, dass man meinen könnte es handelt sich um einen Schreiberling direkt aus dem Heise-Forum. Aber es wird noch lustiger:
Mit dem blutigen Angriff auf das südlibanesische Dorf Kana hat sich Israel einen Bärendienst erwiesen: Angesicht der 51 getöteten Dorfbewohner sind auch die letzten Kritiker der radikalen Hisbollah-Miliz im Libanon verstummt, und die Miliz lässt erkennen, dass eine Einigung nun noch weiter entfernt ist als zuvor.
Woher will das eigentlich der Experte des Handelsblattes so genau wissen, fragt man sich? Die Antwort gibt er indirekt dem interessierten Frager:
Auf der Straße vor dem UN-Gebäude in der Beiruter Innenstadt stehen im Gedränge der Demonstranten Mädchen im schwarzen Tschador neben jungen Männern mit Tätowierungen auf den Armen. "Wenn uns Scheich Hassan Nasrallah ruft, dann werden auch wir Frauen in den Kampf ziehen", sagt eine von ihnen. Die anderen jungen Frauen nicken stumm. Eine alte Frau weint, als der Redner von der Hisbollah über die Kinder spricht, die an diesem Sonntagmorgen nach einem israelischen Luftangriff aus den Trümmern eines Hauses im südlibanesischen Kana gezogen wurden. Den ganzen Tag lang zeigt das libanesische Staatsfernsehen die Bilder der Opfer. "Als ich diese Bilder von den toten Kindern, Frauen und alten Männern gesehen habe, da musste ich einfach herkommen, um meine Solidarität zu zeigen", sagt Norma Churi. "Jeder richtige Libanese unterstützt jetzt den Widerstand", erklärt die Frau aus dem Beiruter Christenviertel Aschrafije
Es werden jetzt Stimmen von Leuten angeführt, die an einer Demonstration vor dem UN-Gebäude in Beirut befragt werden. Unklar ist, wer die Demonstration zu verantwortet hat. Es dürfte klar sein, dass die Hezbollah an dieser, laut Aussagen des Artikels, zumindestens einen Redner stellte, also das ganze mit hoher Wahrscheinlichkeit eine reine Hezbollah-Hetz-Demo war***! Absolut erklärbar sind dann auch diese (wie so oft) von Ethos triefenden Aussagen der Beteiligten, die indirekt auch schon entlarvend sind, warum sich immer noch Zivilisten in der Sperrzone im Süden des Landes in der Nähe von militärischen Zielen befinden. Nach Aussagen der zitierten Frauen doch ganz klar ersichtlich: "Wenn uns Scheich Hassan Nasrallah ruft, dann werden auch wir Frauen in den Kampf ziehen", und "die anderen jungen Frauen nickten stumm"
Es werden also Berichte von Hezbollah-Demonstrationen mit 100%-iger Übernahme des Inhaltes in die Onlineausgabe des Handelsblattes gestellt, eingeleitet von markigen Behauptungen eines Handelsblatt-Mitarbeiters, dass sich Israel ins Abseits bomben und alle Libanesen jetzt Seite an Seite mit der Hezbollah stehen würden. Ja so stellen sich die Leute von der Hezbollah das vor, wie man sich das gefälligst vorzustellen hat. Leider fällt es dem Handelsblattmitarbeiter nicht auf, dass das, was er macht schlicht und ergreifend Propaganda ist für die Hezbollah. Also nach meiner Ansicht sollte man ihn wieder ins Heise-Forum zum Trollen schicken.
* gemeint ist die Online-Ausgabe des Handelsblattes
**man findet nie Namen unter diesen Artikeln
*** Der Handelsblatt-Mitarbeiter verheimlicht uns, ob es sich vielleicht um diese Demonstration (hier ein FTD-Bericht darüber) gehandelt haben möge, was aber meiner Meinung das Wahrscheinlichste ist und manches erklärbar macht, -aber nicht für den Handelsblatt-Mitarbeiter, dem herzlich das PI-Lexikon für angehende Nahost-Experten ans Herz gelegt sei...
